Kiel hat zu wenig bezahlbaren Wohnraum | 25.09.2015 Gemeinsam mit CAU und Studentenwerk SH)

Zum Start des Wintersemesters steigt die Zahl Studierenden an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) weiter an. 2015 wird die Marke von 25.000 Studierenden abermals
geknackt werden. Neben der Freude über den attraktiven Studienstandort Kiel macht sich bei den Verantwortlichen von Studentenwerk Schleswig-Holstein, Allgemeinem Studierendenausschuss (AStA) und CAU allerdings die Sorge breit, dass viele Neuankömmlinge zum offiziellen Beginn des Wintersemesters in der kommenden Woche ohne ein Dach über dem Kopf dastehen könnten. Der Mangel an günstigem Wohnraum betrifft dabei insbesondere das Kieler Westufer.

„Das Präsidium der Universität appelliert deshalb an private und gewerbliche Vermieterinnen und Vermieter, unbedingt freien Wohnraum für Studierende zur Verfügung zu stellen. Jedes
Zimmer wird gebraucht”, sagte CAU-Vizepräsidentin Professorin Anja Pistor-Hatam. Die Aufgabe, internationale Gäste und geflüchtete Studierende unterzubringen, stellt derzeit das
International Center (IC) der CAU vor logistische Schwierigkeiten. Ein Tutor ist momentan dauerhaft damit beschäftigt, ausländischen Studierenden Wohnraum zu vermitteln. „Wir
suchen insbesondere befristete Angebote und möblierte Zimmer, da gerade Austauschstudierende oft eine Unterbringung für nur ein bis zwei Semester benötigen”, bittet IC-Mitarbeiter Jan Bensien um Unterstützung.

Sichtbar wird die angespannte Lage beim Blick auf die Warteliste für einen Wohnheimplatz des Studentenwerks. „Die Warteliste für ein Zimmer in unseren Wohnheimen ist leider auch
dieses Wintersemester wieder sehr lang. Momentan stehen schon 1.480 Bewerber auf der Liste, davon alleine 625 in Kiel – Tendenz steigend. Die Schere zwischen der Zahl der Studierenden und dem vorhandenen Wohnheimangebot geht immer weiter auseinander“, bedauert Geschäftsführerin Susann Schrader. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die im Rahmen des Projekts „Wohnen für Hilfe“ Wohnraum zur Verfügung stellen möchten, können sich jederzeit melden. Zu finden ist das Angebot des Studentenwerks im Internet unter www.studentenwerk.sh

Vor dem Hintergrund der dauerhaft angespannten Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt erneuert der AStA der CAU seine Forderung, massiv in den Wohnheimbau zu investieren und die öffentliche Bauförderung zu stärken. AStA-Vorstand Paulina Spiess: ,,Uns ist es wichtig, dass Erstsemesterstudierende eine gute, bezahlbare Unterkunft in Kiel finden. Sie sind ein wichtiger Teil des Kieler Lebens und tragen zur Entwicklung von Stadt und Region bei. Uns ist es genauso wichtig, dass der Wohnungsmarkt auch für internationale Studierende und Geflüchtete ausreichende Angebote bereit hält. Leider hat sich die angespannte Wohnungssituation in den letzten Jahren kaum verbessert. Die Politik muss endlich aktiv werden, und verhindern, dass es zu einem Wettstreit um Wohnraum zwischen den verschiedenen Gruppen kommt.“

Der AStA leistet mit dem Kleinanzeigenmarkt einen Beitrag zur Wohnungssuche. Per Telefon unter der Nummer 0431/880-2647 und auf seiner Homepage http://www.asta.uni-kiel.
de/de/Wohnungssuche.html können freie Zimmer, Wohnungen oder Übergangslösungen gemeldet werden, die Studierende nutzen können.