Unterdrückung von Frauen ist immer falsch

Stellungnahme des AStA der CAU zu Kiel zum Artikel: „Ausloten, wo die Toleranz Grenzen hat“

Zum Artikel „Ausloten, wo die Toleranz Grenzen hat“ nimmt Lisa-Marie Fricke, Vorstand des AStA der CAU zu Kiel wie folgt Stellung:

Mit Bestürzung haben wir den heutigen Artikel in den Kieler Nachrichten gelesen, in welchem die Vize-Präsidentin der Kieler CAU, Prof. Anja Pistor-Hatam, Stellung zum Verbot der Gesichtsverschleierung an der CAU nimmt.

Wie bereits in unserer ersten Stellungnahme zu dieser Thematik positioniert sich der AStA der CAU zu Kiel weiterhin gegen ein solches Verbot.

Auch, wenn die Universitätsleitung es als eine „politische Aussage“ versteht: Ein derartiges Verbot grenzt Frauen von Bildung aus.

Wie Frau Prof. Pistor-Hatam feststellt, betrifft eine Gesichtsverschleierung nur Frauen, Männer jedoch nicht. Davon ausgehend ist dieses Verbot in besonderem Maße diskriminierend gegenüber Frauen und verfehlt den Sinn und Zweck einer „politischen Aussage“ gänzlich.

Alle männlichen Verfechter dieser unerwünschten politischen Ideologie können weiterhin ohne Probleme an der Universität studieren und werden in keiner Weise von dieser „Aussage“ berührt.

Wir lehnen jedwede fundamentalistische Auslegung des Islam und jeden Zwang zur Vollverschleierung ab.

Wir lehnen jedwede Bestrebung, die freie Entscheidung einer Frau, wie sie sich kleiden möchte, zu unterdrücken, ab.

Wir unterstützen die Universität, dass unterdrückende, rassistische oder in sonstiger Weise diskriminierende Ideologien zu beseitigen sind. Jedoch muss es andere Maßnahmen geben diese Überzeugungen zu bekämpfen. Unterdrückung von anderer Seite sorgt keinesfalls dafür, dass Betroffene ihre Haltung ablegen und aus dem System aussteigen. Um ein solches Ziel zu erreichen braucht es Projekte und Maßnahmen zur Radikalisierungsprävention, die über Bildungseinrichtungen vermittelt werden müssen.

Es gibt kein Anrecht auf Schutz vor einem Gefühl des Unwohlseins vor anders gekleideten Menschen.

Eine politische Aussage muss Unterdrückungsstrukturen in Frage stellen und darf keine neuen schaffen.

Bildung ist und war immer der Weg zu Emanzipation und Aufklärung. Dieser Weg darf nicht geschlossen werden.“

 

Pressekontakt

Als Ansprechpartner*innen für die Presse steht der Vorstand des AStA der CAU zu Kiel zur Verfügung.

Hintergrundinformationen

Der Allgemeine Studierendenausschuss der CAU zu Kiel ist die hochschulweite Interessenvertretung der 25.000 Studierenden an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er wird jährlich vom Studierendenparlament der Universität gewählt. Seine Aufgaben bestehen  darin, die hochschulpolitischen Belange der Studierenden zu vertreten, die politische Bildung und das staatsbürgerliche Verantwortungsbewusstsein der Studierenden sowie ihre Bereitschaft zum Einsatz für die Grund- und Menschenrechte und zur Toleranz auf der Grundlage der verfassungsmäßigen Ordnung zu fördern, zu Fragen Stellung zu nehmen, die sich mit der Anwendung der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf und der Abschätzung ihrer Folgen für Gesellschaft und Natur beschäftigen, die wirtschaftlichen und sozialen Belange der Studierenden wahrzunehmen, die geistigen und kulturellen Interessen der Studierenden zu unterstützen, den Studierendensport zu fördern, die überregionalen und internationalen Beziehungen der Studierenden zu pflegen und an Verfahren zur Qualitätssicherung in der Lehre mitzuwirken.