Aktuelle politische Entwicklung um das landesweite Semesterticket in Schleswig-Holstein

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Über Ostern war es das ganz heiße Thema: Ein mögliches landesweites Semesterticket.

Über die Feiertage veröffentlichten das Wirtschaftsministerium und die Landesregierung ihre Vorstellungen zu einem landesweiten Semesterticket. Als Teil des studentischen Verhandlungsteams zum landesweiten Semesterticket der Landes-ASten-Konferenz Schleswig-Holstein (LAK SH) und Vorstand des AStA der CAU möchten wir euch über den aktuellen Stand informieren.

Generell: Unser Ziel als AStA und der LAK-Verhandlungsgruppe ist ein sozialverträgliches, landesweites Semesterticket zu guten Konditionen für alle Studierenden in Schleswig-Holstein.

Seit einiger Zeit sind wir in Gesprächen zu einem möglichen landesweiten Semesterticket (wir berichteten), welches rund um die Uhr, in ganz Schleswig-Holstein und dem HVV in Hamburg gelten soll.
Grundlage ist ein Solidarmodell, wie auch bei dem aktuellen Semesterticket, um den Preis so gering wie möglich zu halten.
Solidarmodelle sind die übliche Form von Semestertickets in der gesamten Bundesrepublik und auch in anderen Lebensbereichen als Finanzierungsform bekannt (vgl. Krankenkassen, öffentliche Straßen, Feuerwehren usw.).
Ein freiwilliges, optionales Modell würde dazu führen, dass ein landesweites Semesterticket rund 500€ kosten würde – das ist nicht sinnvoll.

Allgemein ist die Besonderheit bei Semestertickets, dass sie sich durch das Solidarmodell selbst tragen, die Studierendenschaft also die realen Ticketkosten trägt und weder Studierendenschaft noch Verkehrsunternehmen finanzielle Nachteile erleiden oder stark bezuschusst werden müssen (vs. z.B. Schüler*innentickets, Senior*innen Tickets, die sich nicht selbst tragen).
Zur Einführung und finanziellen Risikoabsicherung für die Einnahmen/Ausgaben der Verkehrsunternehmen sieht das Land Schleswig-Holstein nun eine anfängliche Anschubfinanzierung vor, was wir begrüßen.

Überrascht hat uns der Vorstoß der Politik allerdings, da wir als Studierendenschaften und die Verhandlungspartner*innen vorab nicht einbezogen wurden, obwohl wir uns schon in Gesprächen dazu befinden.
Hierbei ist auch zentral anzumerken, dass alle Studierendenschaften in SH über einen möglichen Vertrag, der noch nicht vorliegt, abstimmen werden.
Nicht die Politik, nicht das Ministerium, auch nicht die Uni-Verwaltungen, sondern wir als Studierendenschaften schließen mit den Verkehrsunternehmen dann einen Vertrag.

An der CAU wird es dazu eine Urabstimmung geben und vorher eine umfassende Informationskampagne (Vollversammlung etc.), damit alle Student*innen genau wissen, worüber sie in der Abstimmung entscheiden werden.
Ebenso ist wichtig zu nennen, dass die konkrete Vertragsausgestaltung in der Handhabe der Verkehrsunternehmen und der Studierendenschaften liegt. Mit dem dem Vorstoß und dem Bekenntnis zu einer Anschubfinanzierung hat die Politik nun (“lediglich”) ein Mitspracherecht.

Hierzu auch die Stellungnahme der Studierendenvertreter*innen, der Mitglieder der von der Landes-Asten-Konferenz Schleswig-Holsteins (LAK SH) beauftragten „Projektgruppe Semesterticket” (das Verhandlungsteam der Studierendenschaften), zur aktuellen politischen Entwicklung um das landesweite Semesterticket in Schleswig-Holstein:

„Bereits vor etwa zwei Jahren haben die ersten projektbezogenen Treffen mit Vertreter*innen der Studierenden-Ausschüsse und der NAH.SH stattgefunden, um die Möglichkeiten für ein landesweites Semesterticket auszuloten. Bis zum heutigen Tag gab es von Seiten der Studierendenvertreter*innen und zu dem Thema einschlägige Umfragen, Diskussionsveranstaltungen in den Hochschulen, einen stetigen Austausch mit der NAH.SH und auch Termine mit Vertreter*innen der Verkehrsbetriebe.

Die von der LAK SH beauftragte Projektgruppe sieht den derzeit deutlich werdenden politischen Handlungswillen grundsätzlich als positiv an. Der Semesterticketvertrag wird nun von den Studierendenvertreter*innen und den Verkehrsunternehmen ausgehandelt. Das Land gewährt eine Anschubfinanzierung und hat hierdurch ein Mitspracherecht. Hierbei geht es um einen Dialog mit offenen Karten, bei dem alle Seiten unter Wahrung ihrer Interessen einen guten Kompromiss aushandeln werden. Hierzu werden in den nächsten Monaten intensive Gespräche stattfinden, um die Einführung des landesweiten Semestertickets im Herbst 2019 erreichen zu können.

Letztendlich ist eines ganz klar: Es sind die Studierendenschaften, die einen Vertrag mit den Verkehrsunternehmen eingehen. Dies bedeutet mit Verweis auf §74 Abs. 2 des Landeshochschulgesetzes auch, dass die Entscheidung, ob das Ticket kommt, bei den Studierenden in Schleswig-Holstein sowie den Verkehrsunternehmen des Landes, und nicht bei der Landesregierung liegt. Es ist in jedem Fall begrüßenswert, dass das Land mit einer Anschubfinanzierung ganz wesentlich zur Einführung eines landesweiten Semestertickets beitragen will.

Die Pläne der Regierungsfraktionen, bereits im April per Landtagsbeschluss von der Landesregierung einen Beschluss zur Erarbeitung eines Konzeptes einzufordern, bedingen eine sofortige Beteiligung und Anhörung des von der LAK SH eingesetzten Projektteams. Dies ist die Grundlage um das Thema fachlich durchdacht und mit den eigentlichen Vertragsparteien abgestimmt zum gegebenen Zeitpunkt in den Hochschulen und Universitäten des Landes zur Debatte zu stellen.”

Wir arbeiten nun erstmal weiter an einem guten Vertragsentwurf zum möglichen landesweiten Semesterticket und sind gespannt, was sich in den nächsten Wochen und Monaten ergeben wird.

Wenn es neue Informationen gibt, dann erfahrt ihr dies bei und von uns.

It was the hot topic during Easter: A possible statewide semester ticket.

Over the holidays, the Ministry of Economics and the state government published their ideas for a statewide semester ticket.

As part of the student negotiation group for the statewide semester ticket (which is commissioned by the State AStA Conference Schleswig-Holstein, short: LAK) and as board member of the AStA at the CAU (the students union), we would like to inform you about the current status.

In general: The shared goal of the AStA and the LAK negotiating group is a socially acceptable, statewide semester ticket with favourable conditions for all students in Schleswig-Holstein.

For some time now we have been talking about a possible statewide semester ticket (we reported), which will be valid 24/7 in Schleswig-Holstein and the HVV in Hamburg.

Its basis is a solidarity model, as with the current semester ticket, in order to keep the price as low as possible.

Solidarity models are the usual financing method for semester tickets throughout Germany and in other areas of life (cf. health insurance funds, public roads, fire brigades, etc.)

A voluntary, optional model would mean that a statewide semester ticket could cost you around € 500 – that is not reasonable.

In general, the special feature of semester tickets is that they are self-supporting through the solidarity model. This means that the student body bears the real ticket costs and neither the student body nor transport companies suffer financial disadvantages or have to be heavily subsidised (vs. e.g. student tickets, senior tickets which are not self-supporting).

The state of Schleswig-Holstein now intends to provide start-up financing in order to introduce the statewide semesterticket and to hedge the financial risk for transport companies’ income/expenditure.

We welcome this political initiative. However, we were surprised by the news, since neither the student bodies nor our negotiating partners (although already in discussions) were involved in this political initiative in advance.

It should also be noted that all student bodies in SH will vote on a possible contract that has not yet been signed. Not politics, not the ministry, not even the university administrations, but we as student bodies then conclude a contract with the transport companies.

There will be a ballot vote at the CAU and a comprehensive information campaign (plenary session, etc.) to enable all students to know exactly what they will decide when they vote.

It is also important to mention that the transport companies and student bodies are responsible for drawing up the specific contract.

With the initiative and the commitment to start-up financing, politics now (“only”) has the right to a say.

On this subject, the “Statement of the student representatives of the ‘Project Group Semesterticket’ (the negotiating team of the student bodies commissioned by the LAK SH)”, on current political developments regarding the statewide semester ticket in Schleswig-Holstein:

“The first project-related meetings with representatives of the student committees and the NAH.SH took place about two years ago to explore the possibilities for a statewide semester ticket. Up to the present day, student representatives have carried out relevant surveys, held discussion events at the universities, had a constant exchange with the NAH.SH and also arranged meetings with representatives of the public transport companies.

The project group commissioned by the LAK SH sees the current clear political will to act in a positive light. The semester ticket contract is now being negotiated by the student representatives and the transport companies. The state grants start-up financing and thus has a say. This will involve an open dialogue in which all sides will negotiate a good compromise while safeguarding their interests. To this end, intensive discussions will take place in the coming months in order to achieve the introduction of the statewide semester ticket in autumn 2019.

Ultimately, one thing is quite clear: It will be the student bodies that enter into a contract with the transport companies. This also means, with reference to § 74 ( 2) of the Landeshochschulgesetz (Schleswig-Holstein’s Higher Education Act), that the decision as to whether the ticket will come lies with the students in Schleswig-Holstein and the transport companies of the state, and not with the state government. In any case, it is to be welcomed that the state wants to make a substantial contribution to the introduction of a statewide semester ticket with start-up financing.

The government groups’ plan to demand a decision from the state government to develop a concept as early as April requires the immediate participation and consultation of the project team appointed by the LAK SH. This forms the basis for discussing the subject in detail and in consultation with the actual contracting parties at the universities and colleges of this state at the given time.”

We are continuing to work on a good draft contract for a possible statewide semester ticket and are curious to see what the next weeks and months will bring.

If there is any new information, we will let you know.

Bildquelle:

By Christian Liebscher – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64716011