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Wiederbesetzungssperre an Kieler Uni: AStA kritisiert Sparkurs der Landesregierung

Die CAU zu Kiel besetzt bis zum Ende des Jahres keine freien und freiwerdenden Stellen. Grund dafür sind die Kürzungen im Grundhaushalt der Uni durch das Land Schleswig-Holstein – und schon wieder sind die wissenschaftlichen Nachwuchskräfte die Leidtragenden. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der CAU kritisiert den Sparkurs der Landesregierung und die daraus folgende Wiederbesetzungssperre der Uni aufs Schärfste.

Die Sparmaßnahmen an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel gehen in die nächste Runde: Zuerst der stark kritisierte Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von 60 Euro pro Semester zum Sommersemester 2026, jetzt tritt eine Wiederbesetzungssperre an der Uni in Kraft. Konkret bedeutet das: Wenn eine Stelle beispielsweise zum 01.04.2026 frei wird, kann sie erst zum 01.01.2027 neu besetzt werden. Begründet wird das Vorgehen durch die Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit dem Land Schleswig-Holstein für die Jahre 2026 bis 2029. In der Folge sieht sich die Kieler Universität mit massiven Haushaltskürzungen in ihrer Grundfinanzierung bei gleichzeitig steigenden Betriebs- und Personalkosten konfrontiert. Rund 8 Millionen Euro sollen durch die temporäre Personalmaßnahme eingespart werden.

Auch die Europa-Universität Flensburg (EUF) sah sich im letzten Jahr zu einer Wiederbesetzungssperre gezwungen – die daraus resultierenden Konsequenzen lassen bereits erahnen, was die CAU erwarten kann: Neben spürbarem Qualitätsverlust der Lehrveranstaltungen durch überfüllte oder ausfallende Kurse kann die individuelle Betreuung von Studierenden nicht mehr gewährleistet werden. So wird dies vor allem zum Problem, wenn nicht ausreichend Betreuer*innen für Abschlussarbeiten verfügbar sind, weshalb sich das Studium unnötigerweise in die Länge zieht. Grundsätzlich ist die Auszahlung vom BAföG an die Regelstudienzeit gekoppelt. Im schlimmsten Fall stehen Studierende ohne Abschluss und ohne finanzielle Absicherung da.

„Für Nachwuchswissenschaftler*innen heißt die fehlende Jobperspektive vor allem eins: Die CAU ist keine attraktive und zukunftssichere Arbeitgeberin mehr. Schleswig-Holstein büßt damit im Wettbewerb um die zentralen Wissenschaftsstandorte weiter ein“

, betont Lea-Marie Lopau, Vorstand des AStA der CAU zu Kiel.

Nicht nur Studium, Lehre und Forschung leiden unter der Sparmaßnahme, auch der technisch- administrative Dienst muss sich schwerwiegenden Hürden stellen: Kein neues Personal bedeutet, dass die gleiche beziehungsweise steigende Arbeitsbelastung auf weniger Schultern verteilt wird. Absehbare Konsequenzen sind überlastete Angestellte und hohe Krankenstände. Verwaltungsprozesse ziehen sich in die Länge, Studierende werden mit automatisierten Mails vertröstet – hauptsächlich mit Abwesenheitsnotizen.

Für uns als Studierendenschaft wird deutlich, dass das Versprechen vom Verwaltungskostenbeitrag, einer Qualitäts- und Stabilitätssicherung der Hochschulen, nicht eingehalten wird. Die Landesregierung hält weiterhin am Kurs der chronischen Unterfinanzierung von Hochschulen fest. Damit bleibt unsere Forderung: Hochschulen müssen endlich vom Land ausfinanziert werden!

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